StartseiteAktuelles
Europäische Hornisse – Foto: Georg Hanser
×
Europäische Hornisse – Foto: Georg Hanser

Weltweit sind rund 22 Hornissenarten bekannt. In Deutschland kommen vor allem zwei Arten in den Fokus: die Europäische Hornisse (Vespa crabro) und die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). 

Europäische Hornisse  

Besonders geschützt 

Die Europäische Hornisse ist in Deutschland eine besonders geschützte Art. Weder die Tiere noch ihre Nester dürfen ohne behördliche Genehmigung beseitigt oder zerstört werden. Nur wenn ein Nest eine konkrete Gefahr darstellt, kann eine Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde erteilt werden. 

Oft genügt es, den Nestbereich abzusichern – beispielsweise durch Fliegengitter, Sichtschutz oder einfache Absperrungen. Ist eine Umsiedlung notwendig, sollte diese ausschließlich von geschulten Fachleuten durchgeführt werden. 

Verhalten am Nest 

Hornissen sind friedfertige Tiere und greifen Menschen nur an, wenn sie ihr Nest verteidigen müssen. Der Verteidigungsbereich liegt meist zwischen zwei und sechs Metern. In diesem Bereich sollten hektische Bewegungen, Erschütterungen (z. B. Rasenmähen) sowie Anpusten oder Anatmen der Tiere vermieden werden. 

Nester 

Hornissennester befinden sich meist in geschützten Hohlräumen wie Baumhöhlen, Dachböden, Rollladenkästen oder Nistkästen. Sie können etwa 60 × 30 cm groß werden und beherbergen im Spätsommer 400 bis 700 Tiere. 

Die Nester sind nach unten geöffnet. Dadurch fällt auch der Kot der Tiere heraus. Da ein großes Volk täglich große Mengen Insekten erbeutet, kann sich unter dem Nest Kot ansammeln. Ein Behälter mit saugfähigem Material kann hier Abhilfe schaffen. 

 

Ernährung 

  • Erwachsene Tiere: Baumsäfte, Nektar, Honigtau und Fallobst 
  • Larven: Eiweißreiche Nahrung wie Fliegen, Wespen, Raupen und auch Honigbienen 

Ein großes Hornissenvolk vertilgt täglich mehrere hundert Gramm Insekten und trägt damit zur natürlichen Schädlingsregulierung bei. 

Stich und Allergien 

Der Stich der Europäischen Hornisse ist nicht gefährlicher als der einer Honigbiene oder anderer Wespen. Er wird lediglich oft als schmerzhafter empfunden, da der Stachel größer ist und das Gift Acetylcholin enthält. 

Allergische Reaktionen treten – wie bei anderen Insektenstichen – nur bei etwa 2 bis 3 % der Bevölkerung auf. Symptome reichen von starken Schwellungen und Nesselsucht bis hin zu Atemnot. In solchen Fällen sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. 

Europäische und Asiatische Hornisse im Vergleich 

Europäische Hornisse 

Asiatische Hornisse 

Königin bis 40 mm 

Königin bis 30 mm 

Volk mit 400–700 Tieren 

Volk mit 1.000–2.000 Tieren 

Heimische, besonders geschützte Art 

Vom Bundesland abhängig, ob invasiv oder etabliert 

Tag- und Nachtaktiv 

Tagaktiv 

Nest in Baumhöhlen, Dachböden oder Rollladenkästen 

Unterschied: Großes Sekundärnest meist hoch in Baumkronen 

Nest unten offen 

Nest unten geschlossen 

Friedfertig, verteidigt nur das Nest 

Ebenfalls friedfertig, verteidigt nur das Nest 

Stich nicht gefährlicher als bei anderen Wespen 

Stich vergleichbar mit der Europäischen Hornisse 

Fazit 

Die Europäische Hornisse ist ein wichtiger heimischer Nützling und steht unter besonderem Schutz. Sie hilft bei der natürlichen Regulierung vieler Insekten und stellt für Menschen bei einem respektvollen Abstand zum Nest kaum eine Gefahr dar. 

Die Asiatische Hornisse ist dagegen eine Art, deren Ausbreitung Auswirkungen auf die heimische Biodiversität und die Imkerei haben kann. Aus diesem Grund wird ihre Verbreitung in Deutschland überwacht und im Rahmen gesetzlicher Vorgaben bekämpft. 

Meldeadresse: 

Naturgucken Hornissen 



Mitglied werden!
Werde aktiv für Mensch und Natur!