Europäische Hornisse
Besonders geschützt
Die Europäische Hornisse ist in Deutschland eine besonders geschützte Art. Weder die Tiere noch ihre Nester dürfen ohne behördliche Genehmigung beseitigt oder zerstört werden. Nur wenn ein Nest eine konkrete Gefahr darstellt, kann eine Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde erteilt werden.
Oft genügt es, den Nestbereich abzusichern – beispielsweise durch Fliegengitter, Sichtschutz oder einfache Absperrungen. Ist eine Umsiedlung notwendig, sollte diese ausschließlich von geschulten Fachleuten durchgeführt werden.
Verhalten am Nest
Hornissen sind friedfertige Tiere und greifen Menschen nur an, wenn sie ihr Nest verteidigen müssen. Der Verteidigungsbereich liegt meist zwischen zwei und sechs Metern. In diesem Bereich sollten hektische Bewegungen, Erschütterungen (z. B. Rasenmähen) sowie Anpusten oder Anatmen der Tiere vermieden werden.
Nester
Hornissennester befinden sich meist in geschützten Hohlräumen wie Baumhöhlen, Dachböden, Rollladenkästen oder Nistkästen. Sie können etwa 60 × 30 cm groß werden und beherbergen im Spätsommer 400 bis 700 Tiere.
Die Nester sind nach unten geöffnet. Dadurch fällt auch der Kot der Tiere heraus. Da ein großes Volk täglich große Mengen Insekten erbeutet, kann sich unter dem Nest Kot ansammeln. Ein Behälter mit saugfähigem Material kann hier Abhilfe schaffen.
Ernährung
- Erwachsene Tiere: Baumsäfte, Nektar, Honigtau und Fallobst
- Larven: Eiweißreiche Nahrung wie Fliegen, Wespen, Raupen und auch Honigbienen
Ein großes Hornissenvolk vertilgt täglich mehrere hundert Gramm Insekten und trägt damit zur natürlichen Schädlingsregulierung bei.
Stich und Allergien
Der Stich der Europäischen Hornisse ist nicht gefährlicher als der einer Honigbiene oder anderer Wespen. Er wird lediglich oft als schmerzhafter empfunden, da der Stachel größer ist und das Gift Acetylcholin enthält.
Allergische Reaktionen treten – wie bei anderen Insektenstichen – nur bei etwa 2 bis 3 % der Bevölkerung auf. Symptome reichen von starken Schwellungen und Nesselsucht bis hin zu Atemnot. In solchen Fällen sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Europäische und Asiatische Hornisse im Vergleich
Europäische Hornisse | Asiatische Hornisse |
Königin bis 40 mm | Königin bis 30 mm |
Volk mit 400–700 Tieren | Volk mit 1.000–2.000 Tieren |
Heimische, besonders geschützte Art | Vom Bundesland abhängig, ob invasiv oder etabliert |
Tag- und Nachtaktiv | Tagaktiv |
Nest in Baumhöhlen, Dachböden oder Rollladenkästen | Unterschied: Großes Sekundärnest meist hoch in Baumkronen |
Nest unten offen | Nest unten geschlossen |
Friedfertig, verteidigt nur das Nest | Ebenfalls friedfertig, verteidigt nur das Nest |
Stich nicht gefährlicher als bei anderen Wespen | Stich vergleichbar mit der Europäischen Hornisse |
Fazit
Die Europäische Hornisse ist ein wichtiger heimischer Nützling und steht unter besonderem Schutz. Sie hilft bei der natürlichen Regulierung vieler Insekten und stellt für Menschen bei einem respektvollen Abstand zum Nest kaum eine Gefahr dar.
Die Asiatische Hornisse ist dagegen eine Art, deren Ausbreitung Auswirkungen auf die heimische Biodiversität und die Imkerei haben kann. Aus diesem Grund wird ihre Verbreitung in Deutschland überwacht und im Rahmen gesetzlicher Vorgaben bekämpft.
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