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Späte Schätze des Herbstes

Späte Schätze des Herbstes – Wildpflanzen im November entdecken

Wenn die Tage kürzer werden und der erste Frost morgens auf den Blättern glitzert, scheint es, als hätte sich die Natur schon zur Ruhe gelegt. Doch wer genau hinschaut, entdeckt auch jetzt – Anfang November – noch erstaunlich viel Leben im Zukunftsgarten Gnandorf.

Verborgene Überlebenskünstler

Viele unserer heimischen Wildpflanzen sind wahre Strategen, wenn es ums Überdauern geht. Während die farbenprächtigen Blüten längst verblüht sind, haben einige Arten andere Tricks parat:

Wiesenkerbel, Wegwarte oder Schafgarbe stehen noch mit ihren trockenen Samenständen auf den Wiesen. Diese Strukturen bieten wertvolle Winterquartiere für Insekten und Nützlinge.

Brennnesseln bleiben an geschützten Stellen erstaunlich lange grün – ihre Samen sind ein wichtiges Futter für Distelfinken und andere Körnerfresser.

Und selbst im scheinbar kahlen Beet verstecken sich Schätze: Die Wurzeln von Löwenzahn oder Wegwarte sind vollgepackt mit Nährstoffen und wurden früher im Herbst ausgegraben, getrocknet und zu einem kräftigen „Muckefuck“-Kaffee-Ersatz geröstet.

Herbstliche Ernte – mit Achtung und Achtsamkeit

Wer durch den Zukunftsgarten streift, findet vielleicht noch letzte Hagebutten an den Sträuchern. Sie sind nicht nur hübsch, sondern echte Vitaminbomben – perfekt für Tee oder Mus. Wichtig ist: Bitte nur dort ernten, wo es erlaubt ist, und immer genug für Tiere und die natürliche Verjüngung der Pflanzen stehen lassen.

Auch die Schlehen leuchten jetzt tiefblau. Nach den ersten Frostnächten wird ihr Fruchtfleisch weich und mild – ideal für Likör, Gelee oder herbstliche Wildgerichte.

Warum das „Unaufgeräumte“ so wichtig ist

Im November lohnt es sich, den Garten nicht zu gründlich aufzuräumen. Abgeblühte Stauden, Laubhaufen und alte Stängel sind wertvolle Rückzugsorte für viele Tiere. Wildbienen, Käfer und Spinnen überwintern dort, und Vögel finden noch Samen und Insekten als Nahrung.

Das Motto lautet also: „Ordentlich unordentlich“ – wer der Natur Raum lässt, sorgt für Vielfalt und Lebendigkeit im nächsten Frühjahr.

Ein Blick voraus

Der Zukunftsgarten Gnandorf zeigt, wie wichtig es ist, heimische Wildpflanzen zu fördern – sie sind nicht nur schön, sondern bilden die Grundlage für ein stabiles Ökosystem. Wer jetzt aufmerksam durch die Beete geht, kann die stillen Helden des Winters entdecken und sich schon auf ihr Wiedererwachen im Frühling freuen.

Tipp:

Im NABU-Zukunftsgarten planen wir in den kommenden Wochen kleine Mitmach-Aktionen – von Saatgutgewinnung bis Winterquartierbau. Schaut regelmäßig vorbei oder informiert euch auf unserer Website und Aushängen im Garten!



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