Spuren im Winter
Tierspuren im Winter – Was Trittsiegel im Schnee über Tiere erzählen
Eine frische Schneedecke verwandelt die Landschaft in ein offenes Buch der Natur. Wo Tiere sonst meist ungesehen bleiben, hinterlassen sie nun deutliche Spuren. Diese sogenannten Trittsiegel geben spannende Hinweise darauf, welche Tiere unterwegs waren, wie sie sich fortbewegen und was sie gerade beschäftigt hat. Wer im Winter aufmerksam über verschneite Wege geht, kann viel über das verborgene Leben unserer heimischen Tierwelt lernen.
Trittsiegel – mehr als nur Abdrücke
Trittsiegel sind die einzelnen Fuß- oder Pfotenabdrücke eines Tieres. Ihre Form, Größe und Anordnung verraten erstaunlich viel: War das Tier gehend, laufend oder springend unterwegs? Hat es nach Nahrung gesucht oder ist es geflüchtet? Selbst die Richtung lässt sich oft ablesen. Mehrere Trittsiegel hintereinander ergeben eine Fährte, die den Weg des Tieres nachvollziehbar macht.
Im Winter sind diese Zeichen besonders gut sichtbar, da der Schnee selbst feine Details bewahrt. Gleichzeitig bewegen sich viele Tiere jetzt energiesparend und zielgerichtet – ihre Spuren wirken dadurch oft klar und regelmäßig.
Was Spuren über Tiere erzählen
Spuren zeigen nicht nur wer unterwegs war, sondern auch wie Tiere den Winter meistern. Ein geradliniger Fuchsabdruck deutet auf sparsames Laufen hin, während die Sprungspur eines Hasen zeigt, wie er sich mit kräftigen Hinterläufen fortbewegt. Mäusespuren mit feiner Schleiflinie verraten den nachgezogenen Schwanz, und Vogelspuren erzählen von kurzen Landungen oder hektischem Auffliegen.
Besonders spannend sind dabei die Spuren von Wasservögeln, die man auch abseits von Gewässern entdecken kann.
Mehr über die Spur eines Reihers
Ein Reiher-Abdruck im Schnee ist ein echter Hingucker. Seine Trittsiegel sind groß, dreizehig und stark gespreizt – perfekt angepasst an ein Leben im und am Wasser.
Wusstest du schon?
- Die langen, weit auseinanderstehenden Zehen des Reihers wirken wie Schneeschuhe: Sie verhindern, dass der Vogel auf weichem Untergrund oder im Schlamm einsinkt.
- Reiher setzen ihre Füße beim Gehen sehr bewusst – ihre Trittsiegel liegen oft ruhig und gleichmäßig hintereinander, was auf ihre geduldige Lebensweise als Jäger hinweist.
- Auch im Winter bleiben viele Graureiher bei uns, solange Gewässer nicht komplett zufrieren. Ihre Spuren im Schnee verraten, wo sie nach offenen Wasserstellen suchen.
- Manchmal sieht man neben den Trittsiegeln leichte Schleifspuren – sie stammen vom langen Körper oder von den Flügelspitzen beim Landen.
Ein einzelnes Trittsiegel kann also bereits eine ganze Geschichte erzählen.
Rücksicht ist aktiver Naturschutz
So spannend das Lesen von Spuren ist – der Schutz der Tiere hat immer Vorrang. Der Winter ist für Wildtiere eine kräftezehrende Zeit. Jede Störung kann sie zur Flucht zwingen und wertvolle Energie kosten. Deshalb gilt: Tiere niemals verfolgen, auf den Wegen bleiben und Hunde anleinen.
Tierspuren im Schnee schärfen den Blick für Zusammenhänge in der Natur. Sie laden dazu ein, langsamer zu werden und genauer hinzusehen, achtsam zu werden. Ob Fuchs, Hase oder Reiher – jedes Trittsiegel ist ein stiller Gruß aus dem verborgenen Leben unserer Wildtiere. Mit etwas Übung wird der Winterspaziergang so zu einer spannenden Entdeckungsreise und je mehr wir von der Natur verstehen, desto schützenswerter wird sie uns. Deswegen: Geht raus, seid achtsam und seht was um euch herum passiert!

