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Bienenstein basteln aus einer alten Dose. – Foto: Julia Langer
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Bienenstein basteln aus einer alten Dose. – Foto: Julia Langer

Summ Summ Summ – Warum ein Bienenstein?

Im Frühling – besonders ab April – schlüpfen viele Wildbienenarten aus ihren Brutröhren. Dazu gehören zum Beispiel die Rote Mauerbiene oder die Gehörnte Mauerbiene.

Die Weibchen beginnen sofort mit der Suche nach geeigneten Nistplätzen. In der Natur sind das meist:

  • hohle Pflanzenstängel
  • Käferfraßgänge im Holz
  • kleine Hohlräume in Mauern

Da solche Strukturen in modernen, aufgeräumten Gärten oft fehlen, sind Bienensteine heute überlebenswichtig.

Wer nutzt den Bienenstein?

Vor allem solitär lebende Wildbienen (keine Staaten wie Honigbienen!) legen dort ihre Eier ab, insbesondere:

  • Mauerbienen (z. B. Rote und Gehörnte Mauerbiene)
  • Blattschneiderbienen und Maskenbienen

Diese Arten sind friedlich und stechen praktisch nie. Auch verschiedene Arten von Grab- oder Faltenwespen nehmen das Angebot an. Männliche Bienen nutzen die Hohlräume manchmal kurzzeitig zur Übernachtung. 

Die richtige Öffnungsgröße

Die Löcher im Bienenstein müssen exakt passen, damit sie angenommen werden:

  • 2–4 mm → kleine Arten (z. B. Maskenbienen)
  • 5–7 mm → Mauerbienen
  • 8–9 mm → größere Wildbienenarten( z. B. Große Wollbiene, Pelzbiene) 

Wichtig:

  • Die Bohrungen sollten glatt und splitterfrei sei, damit die Bienenflügel nicht beim hineinkriechen zerreißen
  • Die Tiefe sollte mindestens 8–10 cm betragen (besser aber 20 cm) 

Wie Bienen die Kammern nutzen

Das Verhalten der Wildbienen ist sehr interessant: 

  1. Ein Weibchen sucht ein passendes Loch
  2. Es sammelt Pollen und Nektar → wird zu einem „Proviantpaket“
  3. Darauf legt es ein Ei
  4. Dann verschließt es die Kammer mit Lehm oder Pflanzenmaterial
  5. Dieser Vorgang wiederholt sich → Kammer für Kammer

So entsteht eine Reihe einzelner Brutkammern hintereinander im Gang.

Warum die Länge der Gänge wichtig ist

Die Länge entscheidet über die Geschlechterverteilung:

  • Ganz hinten (tief im Gang): Weibchen
  • Weiter vorne: Männchen

Der Grund:

  • Weibchen sind wertvoller für die Fortpflanzung
  • Sie werden besser geschützt im Inneren platziert
  • Männchen sitzen näher am Ausgang, da ihr Verlust weniger kritisch ist

Deshalb gilt:

  • Je länger der Gang, desto mehr Weibchen können entstehen
  • Kurze Löcher führen oft zu einem höheren Anteil an Männchen!

Wie wir Bienen jetzt am besten unterstützen

Gerade im April kannst du viel bewirken:

1. Nisthilfen bereitstellen

  • Bienenstein sonnig und trocken aufstellen
  • Nach Süden oder Südosten ausrichten
  • Stabil befestigen (kein Wackeln)

2. Nahrung sichern

  • Frühblüher pflanzen:
    • Krokus
    • Weide
    • Lungenkraut
  • Keine „gefüllten“ Blüten (oft pollenlos! > also kein Nahrungswert für die Bienen)

3. Auf Chemie verzichten - keine Pestizide oder Insektensprays!

4. Wasser anbieten

  • Flache Schale mit Steinen, die als Landehilfe dienen

Ein Bienenstein ist besonders wichtig, weil jetzt die entscheidende Phase der Fortpflanzung beginnt. Mit den richtigen Lochgrößen, ausreichender Tiefe und einem guten Standort kannst du aktiv dazu beitragen, dass mehr Weibchen überleben – und damit die nächste Generation gesichert wird!

Schon mit kleinen Maßnahmen wird dein Garten zu einem echten Rückzugsort für Wildbienen.

Hier ist eine Anleitung für einen Bienenstein:

Materialien für einen Bienenstein

Für die Herstellung brauchst du:

  • Lehmpulver / Lehmstaub (Baumarkt oder Terrarienhandel)
  • Feiner Sand (z. B. Mauersand)
  • Wasser
  • Gefäß oder Form (Holzrahmen, Konservendose etc.)
  • Bohrer, Holzstäbe oder Röhrchen (3–9 mm Durchmesser)

Wichtig: Die Mischung aus Lehm und Sand verhindert Risse beim Trocknen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Mischung herstellen

Lehmpulver und Sand im Verhältnis 1:8 trocken mischen.

2. Wasser hinzufügen

Langsam Wasser zugeben, bis die Masse:

  • formbar ist
  • nicht klebt oder schmiert

> Test: Eine Kugel sollte stabil bleiben.

3. Formen und Verdichten

Die Masse in die Form füllen und sehr fest andrücken. Besonders die Vorderseite muss gut verdichtet sein, damit sie später stabil bleibt.

4. Gänge anlegen

Mit Stäben oder Bohrern Löcher einbringen:

  • Durchmesser: 3–9 mm
  • Tiefe: mindestens 8–10 cm, besser 20 cm
  • nicht komplett durchbohren!

> Geschlossene Enden sind wichtig, da Wildbienen einen Abschluss brauchen.

5. Trocknen

Langsam trocknen lassen:

  • schattig
  • luftig
  • mehrere Tage

Nicht in die direkte Sonne stellen → sonst entstehen Risse.

6. Standort wählen

Der fertige Bienenstein sollte:

  • sonnig
  • warm
  • regengeschützt
  • nach Süden oder Südosten ausgerichtet sein

Die Bienen danken dir!!! :)

 



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