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Wintervögel unterstützen – Warum unsere Hilfe jetzt zählt

Vogelfutter – Foto: Julia Langer
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Vogelfutter – Foto: Julia Langer

Wintervögel unterstützen – Warum unsere Hilfe jetzt zählt

Wenn die Temperaturen fallen, der Boden gefriert und Schneeschichten die Landschaft überziehen, beginnt für unsere heimischen Vögel die härteste Zeit des Jahres. Während wir uns mit Tee und Decken wärmen, kämpfen Meisen, Amseln, Rotkehlchen & Co. um jedes Energiekorn. Genau jetzt können wir Menschen einen entscheidenden Beitrag leisten – und dabei faszinierende Naturbeobachtungen direkt vor dem Fenster erleben.

Warum brauchen Wintervögel unsere Unterstützung?

Viele Vogelarten, die den Winter bei uns verbringen, finden in der kalten Jahreszeit deutlich weniger Nahrung. Insekten fehlen, Beeren sind rar, und harte Frostschichten machen die Suche mühsam und energieaufwändig. Für kleine Arten wie Blaumeisen oder Wintergoldhähnchen kann ein einziger frostiger Tag ohne Nahrung lebensgefährlich werden.

Zusätzlich haben moderne, „aufgeräumte“ Gärten oft wenig zu bieten:

  • keine Samenstände,
  • wenig Sträucher mit Früchten,
  • kaum natürliche Verstecke.

Füttern ersetzt zwar nicht den dringend nötigen Erhalt naturnaher Lebensräume – aber es überbrückt Engpässe und erhöht nachweislich die Überlebenschancen vieler Arten.

Ab wann sollte man Vögel füttern?

Ein guter Richtwert ist der erste Dauerfrost oder Schneefall. Wenn der Boden gefroren ist oder Schnee die Nahrung verdeckt, wird es kritisch.

Wer möchte, kann bereits ab Spätherbst anfangen – eine regelmäßige Fütterung hilft den Vögeln, sich Standorte zu „merken“ und stärkt sie für die härteste Jahreszeit. Wichtig ist nur: Wenn man einmal anfängt, sollte man durchgehend füttern, bis der Frost vorbei ist. Denn Vögel verlassen sich auf konstante Futterquellen und planen diese Quelle in ihre tägliche Route ein. Würde diese Quelle eingestellt werden, kostet es sie zusätzliche Energie, um zu Futter zu kommen.

Welche Vogelarten profitieren?

Vor allem Standvögel, die den Winter bei uns aushalten:

  • Meisen (Kohl-, Blau-, Tannen-, Hauben-, Sumpfmeise)
  • Kleiber
  • Spechte
  • Amseln und Drosseln
  • Rotkehlchen
  • Finken (Buch-, Berg-, Grünfink, Gimpel)
  • Sperlinge und Stare

Jede Art hat eigene Vorlieben – und genau das macht die Fütterung so spannend.

Welches Futter ist richtig?

Für Körnerfresser

(z. B. Finken, Sperlinge)

  • Sonnenblumenkerne (am liebsten ungeschält)
  • Hanf- und Hirse-Saaten
  • Getreidemischungen (Hafer, Weizen, Gerste)

Für Weichfutterfresser

(z. B. Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönig)

  • Rosinen
  • Haferflocken
  • Apfelstücke
  • ungesalzene Nüsse
  • Mehlwürmer (getrocknet oder lebend)

Für Allesfresser

(z. B. Meisen, Kleiber)

  • Energiekugeln (Meisenknödel)
  • Fettfutter
  • Nusskerne

Wichtig: Kein Brot! Es enthält Salz, quillt im Magen und schadet den Tieren.

 

Was nehmen die Vögel am liebsten an?

Die klare Nummer 1: Sonnenblumenkerne – energiereich und beliebt bei fast allen Arten.

Ebenfalls sehr hoch im Kurs:

  • Erdnüsse (ungesalzen!)
  • Fettfutter/Meisenknödel
  • Rosinen und Apfelstücke

Was kann man beim Füttern falsch machen?

Leider einiges – aber alles ist leicht zu vermeiden:

Gesalzene Nüsse

Salz bindet Wasser im Körper. Vögel verlieren dadurch Flüssigkeit – ein großes Problem, weil sie im Winter ohnehin wenig trinken und viel Energie brauchen.

Selbst geringe Mengen Salz können bei kleinen Arten wie Meisen zu:

  • Durchfall
  • Apathie
  • Nierenschäden
  • im Extremfall sogar zum Tod führen.

Schmutzige Futterstellen

Dort verbreiten sich Krankheiten wie die gefährliche Trichomonadeninfektion. Eine Krankheit, die zu Schluckbeschwerden und dadurch Abmagerung der Vögel führt. Lösung: Futterstellen regelmäßig reinigen, am besten heiß auswaschen.

Futter auf dem Boden verstreuen

Lockt Ratten und Tauben an. Lösung: Hängende oder erhöhte Futterspender nutzen.

Meisenknödel in Plastiknetzen

Vögel oder Eichhörnchen können sich darin verfangen. Lösung: Meisenknödelhalter oder lose Knödel verwenden.

Futter klumpt oder schimmelt

Passiert bei Nässe. Lösung: wettergeschützte Futterhäuser bevorzugen.

 

Wie baut man eine einfache Vogelfutterstation?

Neben einem klassischen Vogelfutterhaus kannst du auch einfach selbst ein paar Futteraufhänger machen. Du brauchst nur wenig Material – vieles davon hast du zuhause.

Natur-Futterstation aus Tannenzapfen

Material: Tannenzapfen, Pflanzenfett, Haferflocken, Samen, Schnur So geht’s:

  1. Fett vorsichtig erwärmen und Samen/Haferflocken einrühren.
  2. Mischung in die Zwischenräume der Zapfen drücken.
  3. Mit einer Schnur aufhängen. Rotkehlchen und Meisen werden es lieben!

Du kannst auch andere Gefäße verwenden – zum Beispiel eine Tasse, in die du noch einen kleinen Stock als Griff für die Vögel in die Körnerfettmasse steckst.

Besonders freuen sich die Vögel über eine Wasserquelle in der Nähe!

Kleine Geste, große Wirkung!

Vögel im Winter zu unterstützen ist einfach, macht Freude und hilft unseren heimischen Arten nachweislich. Und nebenbei bekommen wir wunderbare Einblicke in das Leben der Tiere – direkt vor der Haustür.

Ob ein Rotkehlchen, das mutig auf dem Schneeteppich trippelt, oder eine Blaumeise, die akrobatisch am Futterspender hängt: Jede Beobachtung erinnert daran, wie wertvoll unsere Natur ist – und wie leicht wir sie schützen können.

Vogelfutter – Foto: Julia Langer
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Vogelfutter – Foto: Julia Langer


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