StartseiteProjekteWissensblog- naturnaher GartenEssbare Pflanzen auf unserer Projektfläche

Essbare Pflanzen im Zukunftsgarten

Gesammelte essbare Pflanzen: Gundermann und Giersch - Foto: Katrin Schroeder
×
Gesammelte essbare Pflanzen: Gundermann und Giersch - Foto: Katrin Schroeder

Unsere naturnahe Blühwiese bietet viel mehr Nahrung und Unterschlupf für Schmetterlinge und andere Insekten als ein regelmäßig kurz gemähter Rasen. Auch für uns Menschen gibt es in der Natur viel Leckeres und Gesundes zu finden und zu genießen.

Essbare Wildpflanzen sind ein spannendes Thema. Früher war es ganz verständlich, Kräuter, Wurzeln und Rinden zu sammeln, da hatte man die Kräuter noch gekannt, verzehrt und mit diesen diverse Leiden behandelt. Dass für jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist, haben schon Paracelsus, Hildegard von Bingen oder Sebastian Kneipp festgestellt.

Unsere essbaren Pflanzen sind sehr unterschiedlich und besitzen verschiedenste Wirkstoffe, welche wir uns zu Nutze machen können. Wir können daraus Salate, Suppen oder andere leckere Hauptspeisen zubereiten, Gerichte verzieren oder Getränke zubereiten. Einige unserer Kreationen, Ideen und leckere Rezeptvorstellungen findet ihr in unserer Mitmachküche!

Wir möchten euch an dieser Stelle die einzelnen Wildkräuter aufzählen, die wir auch direkt auf der Fläche unseres Zukunftsgartens finden können. Bei manchen haben wir auch mit der Ansiedlung nachgeholfen.

  1. Löwenzahn
  2. Gänseblümchen
  3. Vogelmiere
  4. gewöhnliches Hirtentäschel
  5. Brennessel
  6. Gundermann ( oder kriechender Günsel)
  7. Rote Taubnessel
  8. Gamander- Ehrenpreis
  9. Duft-Veilchen
  10. Spitzwegerich
  11. Roter Wiesenklee
  12. Beifuß
  13. kanadische Goldrute (ein eingewanderte Pflanze, ein Neophyt)
  14. Rainfarn
  15. Wilde Möhre
  16. Himbeere
  17. Brombeere
  18. Birke

und einige Früchte unserer heimischen Wildobststräucher sowie andere, noch nicht aufgelistete...


Beim Pflücken von Wildkräutern gibt es einige Grundregeln, die man kennen und beachten sollte:

1. Sammle nur die Pflanzen, die du hundertprozentig kennst und von denen du weißt, dass sie nicht giftig sind. Viele Pflanzen haben ähnliche Doppelgänger, manche darunter sind ungenießbar oder sollten nicht verzehrt werden.

2. Beachtet beim Sammeln, dass die Pflanze in einer schadstofffreien Umgebung wächst, also nicht direkt am Straßenrand, an viel befahrenen Straßen empfehlen sich 20 m Abstand zu halten, nicht in der Nähe eines Industrigebietes oder am Rande eines konventionell bewirtschafteten Feldes ernten, etc...

3. Es sollte nie die ganze Pflanze, sondern maximal nur ein Drittel dieser gesammelt werden, so dass die Pflanze noch genügend Kraft hat, sich weiterzuentwickeln.

4. Risiko Fuchsbandwurm: Die Gefahr, dass man sich mit dem Fuchsbandwurm infiziert ist realtiv gering, doch handelt es sich um einen Krankheitserreger der ernsthafte gesundheitliche Probleme mit sich führen kann. Die medizinische Fakultät der Universität Würzburg empfiehlt, am Boden wachsende Früchte, Gemüse und Salat nach Möglichkeit in Gegenden, wo der Fuchs besonders häufig befallen ist, nur dann zu verzehren, wenn der Garten so umzäunt ist, dass der Fuchs nicht hinein kann. Je höher die Früchte hängen, umso geringer ist vermutlich die Gefahr. Grundsätzlich sollte man die Pflanzenteile gründlich mit Wasser reinigen. Das reduziert die mögliche Infektionsgefahr zumindest, tötet den Erreger aber noch nicht vollständig ab.

Dazu eignen sich nur folgende Verfahren, die im normalen Haushalt durchgeführt werden können:

  - Erhitzen über 60 °C für wenige Minuten

  - Erwärmen auf 45 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 85 % für ein paar Stunden

  - Trocknen bei 25 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 25 % für wenige Tage.

5. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln oder Abpflücken von Pflanzenteilen verboten.

6. Für den Verzehr ist es ratsam nur gesunde und saubere Pflanzenteile zu sammen.




1. Löwenzahn - Taraxacum officinale - Foto: Katrin Schroeder
5. Gamander-Ehrenpreis: Veronica chamaedrys - Foto: Katrin Schroeder
3. Vogelmiere - Stellaria media - Foto: Katrin Schroeder


Mitglied werden!
Werde aktiv für Mensch und Natur!

Hier geht's zu unserem Spenden-Shop.